„Welcome to Geronimo Town“

Unter diesem Motto präsentierten die Geronimo-Line-Dancers jedes Jahr zu Pfingsten ihr Festival mit Live Musik an 3 Tagen, großem Westernmarkt, Rodeo u.v.m.  Nach 11 erfolgreichen Festivals fällt vorerst der Vorhang.

Diese 11 Festivals waren für uns einzigartig, unglaublich, aufregend, kräftezehrend und dennoch grandios und voller Leben!

Es war ein schönes Ritual, dass wir am Sonntagabend, zusammen mit der letzten Band, lauthals zum Ausklang Countryroads sangen, bevor wir uns nach anstrengenden Tagen voneinander verabschiedeten. Wir waren hundemüde und glücklich zugleich und freuten uns schon auf das nächste Jahr.

Wir haben es gern getan: Die Wochen und Monate der Vorbereitungen, die langen Nächte im Büro, die vielen Schreiben, Telefonate und Besprechungen, die Feiertage, die wir für die Organisationsarbeit genutzt haben. Bereits eine Woche vor dem Festival befanden wir uns für die Aufbauarbeiten fast 24/7 auf dem Festivalgelände und verließen nach dem Festival als Letzte den Platz.

Der Hauch von Woodstock

Selbstverständlich waren wir uns auch immer der Risiken bewusst, die eine solche Veranstaltung mit sich bringt. Die größte Sorge war in jedem Jahr das Wetter, denn wenn das nicht mitspielen würde, könnten die Gäste ausbleiben und wir würden schlimmstenfalls auf den Kosten sitzen bleiben. Diesbezüglich hatten wir dann aber immer Glück. Die treuesten Gäste kamen trotzdem. In einem Jahr hat es jedoch so stark geregnet, dass wir uns während des laufenden Festivals Strohballen besorgen mussten, die wir auf dem Gelände verteilten, damit wir nicht im Schlamm versinken. Ein bisschen Woodstock lag also auch immer in der Luft.

Aufregend war es jedoch irgendwie immer. Bis die Händler ihren Westernmarkt aufgebaut hatten und bis auch der letzte Camper seinen Platz gefunden hatte, waren wir alle im Dauereinsatz. Schlaf und Nahrungsaufnahme werden ohnehin komplett überbewertet. Das war eine Mammutaufgabe für alle Geronimos und auch für alle Helfer.

Doch spätestens wenn wir am Freitagabend in die glücklichen Gesichter unserer Gäste blicken konnten, fiel der größte Stress von uns ab. Während wir uns in der heißen Phase der Vorbereitungen noch fragten, warum wir das alles auf uns nehmen, sprachen wir nun schon wieder davon, wie sehr wir uns auf das nächste Jahr freuen würden.

Ja, und es gab auch Neider. Es wurden Gerüchte gestreut, Behörden über angebliche Missstände informiert und intrigiert. Mit den Jahren hatten wir uns jedoch ein sehr dickes Fell zugelegt. Wenn man eine solche Veranstaltung stemmen will, dann darf man nicht zimperlich sein.

Ich habe die Zahl gerade nicht im Kopf und will hier auch nichts Falsches schreiben, aber im Laufe der Jahre haben wir mehrere zigtausend Euro an gemeinnützige Einrichtungen und Vereine innerhalb der Verbandsgemeinde Flammersfeld spenden können.

Das kleine Örtchen Güllesheim und auch die weitere Umgebung hat wirtschaftlich profitiert. Sämtliche Hotels und Pensionen in der Umgebung waren oft schon Monate im Voraus ausgebucht. Inhaber der umliegenden Supermärkte sprachen von einem zweiten Weihnachtsgeschäft, was sie Dank der steigenden Besucherzahlen, verbuchen konnten.

Die Anwohner haben wir natürlich auch nicht vergessen. Wir haben sie von Anfang an mit einbezogen. Einige Wochen vor jedem Festival steckten wir jedem direkten Anwohner eine persönliche Einladung mit VIP-Ticket (für je 2 Personen) in den Briefkasten. Wir sind auch regelmäßig der Bitte nachgekommen, wenn Anwohner gleich mehrere VIP-Tickets forderten. Als diese VIP-Tickets dann bei Ebay zum Verkauf angeboten wurden, haben wir das noch weg geatmet. Diese und andere Kleinigkeiten haben unsere Freude über das erfolgreiche Festival nicht trüben können.

An dieser Stelle wollen wir nicht im Detail wiederkäuen, was bereits durch die Presse erörtert wurde und wohl den Meisten bekannt sein dürfte. Um es kurz zu machen: Es gab eine Nachbarin, der das Festival – aus welchen Gründen auch immer – ein Dorn im Auge war. Die Behörden spielten uns zwar ihre Kooperation vor, baten uns jedoch nicht die Rückendeckung, die sie uns einst zugesichert hatten. Uns ist es an dieser Stelle wichtig zu betonen, dass es auch Mitarbeiter der Verbandsgemeinde gab, die uns sehr wohl gesonnen waren und uns halfen, wo sie konnten. Aber die Auflagen zur Durchführung unserer Veranstaltung wurden immer höher gesetzt und mit den Auflagen stiegen auch die Kosten und unser Risiko. Zudem hielt man uns mit den Genehmigungen hin. Zu einem Pressetermin, bei dem sie hätten ihren Standpunkt vertreten können, sind die Herren dann gar nicht erst erschienen.

Wir wären in ein offenes Messer gelaufen. Sollten wir auf alle Forderungen und Auflagen eingehen? Ein Festival am Ende doch noch kurz vor Beginn absagen zu müssen, wäre gleichzeitig auch die Bankrott-Erklärung unseres kleinen Vereins.

Wir haben keinen Dank erwartet

Nein, wir haben keinen Dank erwartet, aber wir hätten uns wirklich gefreut, wenn man unsere Leistung anerkannt hätte. Dass man uns am Ende auch noch in den Rücken fällt und sich nicht schützend vor uns stellt, das hat uns zu Denken gegeben. Und dann stellt man sich wieder die Frage, warum man das alles auf sich nimmt, wenn die Wertschätzung fehlt.

Güllesheim

Wir haben dennoch nach Alternativen gesucht, um das Festival an einem anderen Ort durchführen zu können. Irgendwie wäre unser Festival dann aber trotzdem immer noch „Güllesheim“ gewesen. Die Leute sprachen nicht mehr vom Festival der Geronimos, sondern von „Güllesheim“. Güllesheim hatte inzwischen eine Art Kultstatus erlangt. Wirklich fündig sind wir dann nicht mehr geworden, denn ein Gelände für unser Festival müsste einigen Anforderungen gerecht werden.

Natürlich waren wir traurig, dass unser Event 2019 nicht stattfinden konnte, aber wir haben auch gemerkt, was uns während der letzten 11 Jahre abhanden gekommen ist: Plötzlich waren unsere Sonn- und Feiertage wieder Tage mit der Familie. In den Wochen vor Pfingsten hatten wir sogar wieder Zeit im Garten zu sitzen usw. usf.

Die liebe Sabine Funke von den Dizzy-Dancers hat dann kurzerhand ein kleines Event aus dem Boden gestampft, um unseren Gästen und allen anderen Country- und Linedancefreunden einen Ausgleich zu bieten. Es war natürlich Ehrensache, dass wir als Geronimo-Line-Dancers dann zu Pfingsten als Gäste in bei Sabine Funke waren. Uns hat wirklich das Herzchen geblutet, aber irgendwie war es auch ein schönes Gefühl, bei einer Veranstaltung mal nur als Gast anwesend zu sein und nicht für alles die Verantwortung tragen zu müssen. Vielleicht ist uns da auch klar geworden, dass wir müde sind und nicht mehr bereit sein wollen, den Kopf hinhalten zu müssen, wenn gleichzeitig die Wertschätzung von jenen fehlt, die lange Zeit durch uns profitierten.

Dann kam Corona. So traurig es klingen mag, aber wir konnten heilfroh sein, dass wir da nicht konkret in der Planung für Pfingsten 2020 waren. Wir hätten – wie alle anderen Veranstalter auch – alles abblasen müssen.

Was die Zukunft bringt, das wissen wir nicht. Auch wir fahren nur auf Sicht.

Wir danken von Herzen allen, die uns mit Rat und Tat zur Seite standen und uns in jedem Jahr unterstützt haben. Allen voran danken wir den Künstlern, den Musikern, die mit den Jahren schon zu Freunden wurden. Auch danken wir den vielen anderen Helfern und Unterstützern, die wir namentlich hier nicht alle einzeln aufzählen können. Und was wäre eine Veranstaltung ohne Gäste! Vielen Dank, dass Ihr uns während der letzten Jahre die Treue gehalten habt.

 

Neben vielen Live-Acts an 3 Tagen stellten wir für Euch in jedem Jahr ein attraktives Rahmenprogramm zusammen.

Countrymusic beim sorgte für das richtige Flair beim Bummel über den großen Westernmarkt. Unsere Gäste vertrieben sich, wenn sie mal gerade nicht im großen Festzelt das Tanzbein geschwungen haben, bei Indianervorführungen oder einem Besuch im Hobbyistenlager die Zeit und bestaunten die rasanten Ritte unserer Rodeo-Reiter.

Auch interessante Linedance Workshops rundeten unser Programm in jedem Jahr ab.

Wir können all denen, die uns während dieser schönen Zeit so tatkräftig unterstützt haben, nicht genug danken.

immer schön locker durch die Hüfte atmen